Munro

Munro ist die Bezeichnung für einen schottischen Berg von über 3.000 Fuß = 914,4 m Höhe.
Der Name geht auf Sir Hugh Munro zurück, der 1891 eine Liste mit 277 Gipfeln veröffentlichte, welche die oben genannte Bedingung erfüllen.
Es gibt in Schottland eine “Sportart”, die den schönen Namen “Munro-Bagging” trägt -- das heißt soviel wie das Besteigen (oder Abgrasen)
aller Munros. Es soll einmal einen Bergsteiger gegeben haben, der alle Gipfel in 66 Tagen bestieg.
Die bescheidene Höhe täuscht etwas, da der Einstiegspunkt oft nur im 2-stelligen Meterbereich liegt. Und viele dieser Gipfel sind nicht mit dem Auto zu erreichen - man kann durchaus auch einmal einen Tagesmarsch ansetzen, bis man überhaupt vor dem Berg steht.
Und die im Alpenraum üblichen, gut ausgebauten und ausgeschilderten Wanderwege wird man in Schottland sehr oft vergeblich suchen.

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Glen Coe

Das Tal etwa 15 Kilometer südöstlich von Fort William ist einer der landschaftlichen Höhepunkte der Highlands. Leider auch einer der historischen Tiefpunkte der schottischen Geschichte.

Nach der Niederlage in der Schlacht von Killiecrankie stellte die englische Regierung den rebellischen Clan - Chefs ein Ultimatum:
Wer bis zum 31.12.1691 seinen Treueeid auf William III. nicht geleistet hatte, mußte mit Strafaktionen rechnen.
MacIan, der Clanchef der MacDonalds of Glencoe zögerte die Entscheidung anfangs hinaus, kam dann zuerst durch ein Mißverständnis zum falschen Ort, und durch das Wetter zusätzlich verzögert, schließlich erst nach Ablauf der Frist in Inverary an, und leistete dort seinen Eid.

Diese Verzögerung nahm man zum Anlaß, zwecks Abschreckung ein Exempel zu statuieren.
So marschierten 120 Soldaten des Campbell - Clans in das Glen Coe, und baten dort um Unterkunft. Volle 2 Wochen genossen sie die Gastfreundschaft der MacDonalds. Um dann am 13. 2. 1692 in der Frühe unterschiedslos Männer, Frauen und Kinder zu erschießen.
Etwas 40 MacDonalds starben, viele flüchteten - und in dem tobenden Schneesturm kamen noch einmal so viele ums Leben.

Es gab in der Geschichte Schottlands sicher blutigere Fehden, aber die Niedertracht, sich von den späteren Opfern erst mal 2 Wochen bewirten zu lassen, vergiftete das Verhältnis beider Clans nachhaltig.
Noch zu Queen Victorias Zeiten ist in dieser Gegend ein Hotel mit Bar gebaut worden, wo über dem Eingang “No Campbell served” eingeschnitzt war.

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Ben Nevis

1344 Meter über NN. Höchster Berg auf der Insel des Linksverkehres?? Klingt sehr bescheiden.
Aber da Fort William am Meer liegt, ist der tatsächliche Höhenunterschied doch beträchtlich.
Und der anscheinend harmlose Idiotenhügel hat in der Tat seine Tücken - vor allem das extrem wechselhafte Wetter. Und dann wird von vielen der immerhin 18km lange Hin- und Rückweg erheblich unterschätzt. Daher hat die “Mountain Rescue” gerade im Sommer alle Hände voll zu tun.
Und selbst die Anzahl der Todesopfer ist durchaus erstaunlich (!)

Auf die nördlich angrenzenden Randberge fährt Großbritanniens einzige Gebirgs-Seilbahn bis auf eine Höhe von 650m hinauf in ein Skigebiet.
Diese Kleinkabinenbahn hat die im österreichischen Vorarlberg ansässige und auf Seilbahnen spezialisierte Firma Doppelmayer errichtet.
Daher fährt man auf der “Gondola” ganz unbritisch rechts 
Eine baugleiche Anlage findet man z.B. bei der Wankbahn in Garmisch - Partenkirchen.

Erst seit 2012 existiert in GB eine zweite Seilbahn, die in London über die Themse fährt.

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Glenfinnan Monument

ein schottisches Nationalheiligtum. Es errinnert an den letzten großen Jakobitenaufstand, der hier am 17. 8. 1745 seinen Anfang nahm.

Die Jakobiten waren die Anhänger des abgesetzten Königs James II. (dt. = Jakob) die dem Nachfahren des schottischen Königshauses der Stuarts wieder auf den Thron verhelfen wollten.

“Bonnie Prince Charles”, Sohn von James II., aufgewachsen in Rom, segelte an Bord der französichen Fregatte “Du Teillay” nach Schottland und ging in der Bucht von Loch nam Uamh an Land.
(Ja, direkt unter dem vom Hogwarts-Express verursachten Brandfleck...)

Er rief hier von Glenfinnan zum Widerstand gegen die seit 1707 bestehende Union Schottlands mit England auf. Anfangs auch erfolgreich - man eroberte einen Monat später Edinburgh.
Die Unterstützung für die Sache der Jakobiten beschränkte sich allerdings hauptsächlich auf die Highland-Clans. Im wirtschaftlich starken Süden Schottlands blieb die Unterstützung spärlich -- teilweise wandte man sich gegen dieses “seperatistische Abenteuer”, da die Union mit England spürbare wirtschaftliche Vorteile bot.

Von dort aus marschierte er in November weiter Richtung London. Erst in Derby, 130 Meilen vor dem Ziel trat man angesichts der zunehmenden militärischen Überlegenheit der Engländer den Rückzug an. Dieser endete am 16. April 1746 in der Schlacht von Culloden (bei Inverness), wo die rund 6000 erschöpften Highlander von einer Übermacht frischer und gut ausgebildeter Truppen binnen 40 Minuten endgültig geschlagen wurden.
Es war die letzte große, offene Feldschlacht auf britischem Boden.
Und ein Gemetztel, daß dem Befehlshaber der englischen Truppen, dem Duke of Cumberland den Beinamen “The Butcher” eintrug....

Die Folgen waren für die Schotten verheerend: Von den Engländern wurde dies zum Anlaß genommen, die alte schottische Hochlandkultur mit ihrem Clan-System ganz, bzw. weitgehend auszulöschen; bzw. zu verbieten.
Selbst das Tragen eines Kilt, die gälische Sprache bzw. das Dudelsackspielen standen unter Strafe!

Glenfinnan Monument vom View Point  

Zur Erinnerung an diesen letzten Jakobitenaufstand errichtete man 1815 das Glenfinnan Monument, einen 15m hohen Rundturm mit der Statue eines Highlanders obenauf.
Den Turm kann man besteigen - die Wendeltreppe im Inneren ist extrem eng, und die Ausstiegsluke am oberen Ende schlichtweg abenteuerlich.
Nichts für ungelenkige Zeitgenossen !!
Im Visitor Centre nebenan gibt es weitere Informationen zu dieser letzten großen Volkserhebung.

Der Turm hat auch eine bauliche “Besonderheit”, die man sonst eher in Italien vermutet:
Er steht etwas schief; man sieht das mit bloßem Auge. Gegenwärtig hängt er ca. 20cm nach Westen. Zwar steht der Turm am historisch korrekten Platz, aber genau dort ist dummerweise Schwemmboden. Ein echtes Kunststück - die Highlands sind eine der ältesten geologischen Formationen Westeuropas, bestehen fast ausschließlich aus harten Gesteinen - und dann baut man auf den einzigen Hektar lockeren Bodens, den man im Umkreis von 10 Meilen fand........

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