Waldbahn Weissbach

 

Die rund 3 km lange, 750 mm Waldbahn von Weissbach (bei Inzell) bis zur Bäckinger Klause entstand in den Jahren 1927-1930,
da speziell der klammartige Unterlauf des Vorderen Schwarzachen bei der Trift immer wieder größere Schwierigkeiten bereitete.
Die aufwendige Trassierung durch das enge Tal mit Tunnel und 7 Brücken erforderte den Einsatz von Armee-Pionieren.
Die Bahn blieb bis zum Bau einer Forststraße im Jahr 1958 in Betrieb.

Bei Betriebseröffnung wurde eine Deutz-Feldbahnlokomotive von Fall hierher umstationiert ; eine 16 PS starke Benzollok
des Typs ML 128 F, Fabriknummer 6852, am 15. 9. 1925 fabrikneu nach Fall geliefert.
Eine zweite Lok kam noch 1956 wiederum von Fall hierher; hierbei handelte es sich um eine ebenfalls zweiachsige Diesellok desselben Herstellers. Die MLF 332 F mit der Fabriknummer 9885 ist am 1. 12. 1930 neu nach Fall geliefert worden.
Beide Loks sind nach Einstellung der Weissbacher Waldbahn vermutlich um 1960 verschrottet worden.

Die Lokomotiven beförderten die leeren Trucks bergwärts, talwärts fuhren die beladenen Trucks und die Lok seperat.

Die Trasse der Bahn ist heute - ausgenommen die ersten 500m - ein Wanderweg mit einigen Infotafeln zur Waldbahn

Das Betriebsgelände / Holzlagerplatz der Waldbahn in Weissbach lag direkt neben der Bundesstraße.
Direkt am Forsthaus stand auch der Lokschuppen.
Das südöstliche Ende des Holzlagerplatzes liegt auf Höhe der Bushaltestelle “Weißbach, Dufterwirt”.
Unten der Blick von der Bushaltestelle auf den Holzlagerplatz; in Bildmitte das Forsthaus.
waldbahn weissbach baeckinger klause holzlagerplatz


Kurz hinter dem Forsthaus erkennt man (knapp links der Bildmitte) die in den Holzlagerplatz hineinführende Bahntrasse in einem schwach ausgeprägten Graben.

Dieselbe Stelle in der entgegengesetzten Richtung: In der Bildmitte das Forsthaus, die Trasse in der rechten unteren Ecke.


Die Trasse der Waldbahn läuft vom Forsthaus gut 150m parallel zur B 305, wenige Meter hinter dem Waldrand, und ist als schwacher Einschnitt oder ausgeprägtere Geländestufe gut erkennbar.

Dann überquert sie die Anliegerzufahrt zu einem isoliert stehenden Haus, danach ist die Trasse als bergseitig kleiner Einschnitt mit gut erhaltener Stützmauer schön zu erkennen.
waldbahn weißbach bäckinger klause


Nach gut 100m biegt die Waldbahntrasse nach links ab, überquert zuerst die Anliegerzufahrt, direkt danach den Weißbach, und verschwindet gleich nach der Brücke in dem 30m langen Tunnel, dessen Portal links schwach durch die Bäume blinzelt.

Von jetzt an wandert man direkt auf der Bahntrasse. Der offizielle Weg startet am Forsthaus; man folgt der kleinen Nebenstraße kurz,
bis diese den Weißbach überquert hat, und biegt dann rechts auf den Wanderweg ab, der 200m weiter vor dem Tunnel auf die Waldbahntrasse trifft.
An der Weißbachbrücke - etwas abseits der eigentlichen Trasse - steht auch die erste Infotafel zur Waldbahn.

Kurz vor dem Tunnel erkennt man noch ein Brückenfundament.

waldbahn weissbach tunnel
Es folgt der 30m lange Tunnel

Gleich hinter den Tunnel beginnt die Steigung, die bis zur Bäckinger Klause anhält
waldbahn weißbach


Teilweise liegen noch Holzschwellen im Wanderweg.

Nach einer scharfen Linkskurve läuft die Bahn bis zum Streckenende in südwestlicher Richtung.
Das Tal wird schnell recht eng, der anfangs noch tief unter der Bahntrasse verlaufende Bach holt diese aber bald mittels eines Wasserfalles höhenmäßig wieder ein.
waldbahn weissbach vorderer schwarzachen

waldbahn weissbach baeckinger klause schwarzachental


Zweimal kurz hintereinander überquert die Bahn den vorderen Schwarzachen
waldbahn weißbach bäckinger klause


Zwei weitere Brücken kurz hintereinander....

....bis eine flachere Passage erreicht wird, in der das Tal auch nicht mehr ganz so eng wirkt.


bis es durch die letzte Engstelle geht....

... in deren Verlauf wieder etliche Holzschwellen im Weg verblieben sind.


Nach der letzten Überquerung des Baches auf einer relativ großen, gemauerten Brücke ist der Endbahnhof an der Bäckinger Klause erreicht. Der Betrieb wurde nur zwischen den beiden Endbahnhöfen abgewickelt, Zwischenstationen gab es nicht.

Das Klausenhäuschen und der nördliche Teil der Staumauer sind erhalten, der südliche Teil der Staumauer wurde beim Bau der Waldbahn eingeebnet.
Die Bäckinger Klause war Teil eines weitreichenden Systems von Triftklausen, Kanälen und Lagerplätzen, die die Versorgung der Reichenhaller Saline mit Brennholz sicherstellten.
waldbahn weissbach baeckinger klause holzlagerplatz

waldbahn weißbach bäckinger klause holzlagerplatz
Auch hier finden sich einzelne Holzschwellen im Weg, auch ein Schwellenstapel modert friedlich vor sich hin..

Die letzten Meter der Waldbahn lagen noch jenseits der querenden Forststraße.

 

 

 

 

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