Reisetips


 

Anreise

Der übliche Weg ist heute mit dem Flugzeug, in den allermeisten Fällen nach London.
( Heathrow, Gatwick oder Stansted)

Auf dem Landweg durch den Kanaltunnel nach London fährt man per Bahn mit den Eurostar - Zügen über
Brüssel oder Paris nach London St. Pancaras.
z.B. ab Köln 5 - 6 Stunden //  ab München oder Hamburg 10 - 12 Stunden.

Flüge von Deutschland direkt nach Schottland sind eher rar gesät; i.d.R nach Edinburgh

 

Allgemeines

Auf der Insel gibt es ein paar Besonderheiten zu beachten......

Na klar, der Linksverkehr. Aber keine Angst, man gewöhnt sich dran.
Zumindest in der Londoner Innenstadt, wo man Besucher aus Regionen gewohnt ist, die sich stur weigern, auf der richtigen Seite der Straße zu fahren, ist an jeder Ampel ein “look left” bzw. “look right” an die Trottoirkante gepinselt.

Vorsicht ! Bei grüner Fußgängerampel nicht sofort losrennen,denn der abbiegende Autoverkehr hat auf der Insel
Vorrang vor Fußgängern.......

In GB ist vieles etwas kleiner ausgefallen als auf dem Kontinent.
Die Straßen sind gerne schmaler, die Eisenbahnabteile etwas enger, und auch die Hotelzimmer sind gerne ein paar qm kleiner als diesseits des Kanales.

Bei der Hotelklassifizierung gibt es leichte Differenzen zu hiesigen Standards:
Die angegebenen Sterne kann man etwas nach unten korrigieren, um das vergleichen zu können.

 

Reisen innerhalb Großbritannien

Öffentliche Verkehrsmittel oder ( Miet- ) Auto ?

Bislang sind fast alle meine Potter - Touren mit Bahn & Bus gefahren worden.
Aber mal schön der Reihe nach........

Grundsätzlich ist festzuhalten, daß es sich bei den Potter-Filmen um Großproduktionen handelt, die eine
gewisse Infrastruktur voraussetzen.
Hier watschelt eben nicht der Regisseur mit Kameramann, Tontechniker, einem Lampenfuzzi,
zwei Hilfskräften und den drei Darstellern einer Szene stundenlang in die Pampa hinaus, nur um an einer schönen und exklusiven Stelle zu drehen.

Fällt bei Harry die Klappe zu einem Take, wuseln im Dunstkreis der Dreharbeiten durchaus bis zu
200 - 250 Leute herum. Die wollen da alle hinkommen, untergebracht und verköstigt werden.

Das ist natürlich für den Besucher der Filmlocations letztlich von Vorteil, weil selbst sehr einsam und ländlich aussehende Drehorte oft gut erreichbar sind, und eine ausgebaute touristische Infrastruktur aufweisen.

 

--- in London ist man am besten mit der “Tube” unterwegs; alle Potter-Locations sind bequem mit der U-Bahn erreichbar.
     Vom PKW ist hier abzuraten, man zahlt eine Citymaut, Parkplätze sind rar,
und zur Rush-Hour fällt dem Automobilisten nur ein bekannter Kalauer von Otto Waalkes ein:
“Wußten Sie schon, daß man mit modernen Automobilen in wenigen Stunden Entfernungen
zurücklegen kann, für die man früher zu Fuß nur einige Minuten gebraucht hat ?”

            Tube App : 

Oxford, Gloucester, Durham, Edinburgh sind ebenfalls für den Bahn- oder Busreisenden sehr angenehme Ziele.
Häufige Verbindungen und die Locations sind alle bequem zu Fuß zu erreichen.

Lacock und Alnwick werden von lokalen Buslinien bedient; deren Fahrpläne aber teils nur etwas schwer recherchiert werden können.
     Zum jeweils nächstgelegenen Bahnhof ist es eine kleine Wanderung von ca. einer Stunde.

in den Highlands
     viele Harry Potter Drehorte sind mit Bahn oder Bus erreichbar, im ungünstigsten Fall läuft man noch eine Stunde zu Fuß.
     Allerdings muß man sich nach dem Fahrplan richten, denn bei der dünnen Besiedlung der Highlands sind auch auf Hauptverbindungen nur 3 bis 4 Fahrten pro Tag und Richtung üblich.

In einigen Fällen ist ein Auto unabdingbar.

     Ich habe mir relativ viel Zeit gelassen, und bin nicht mit 100%iger
     Harry - Fixierung durch Schottland gesaust. Es gibt noch vieles anderes zu entdecken !

Wer sich die Filmlocations mit einem gestrafften Zeitrahmen besuchen will, ist speziell in den Highlands besser mit dem Auto unterwegs.
An dieser Stelle will ich aber darauf hinweisen, daß man die Entfernungen in GB nicht unterschätzen soll:
Von London bis Fort William sind es knapp 900 Kilometer, das entspricht der Strecke von München nach Kiel !

Dafür wird in GB entspannter Auto gefahren -- denn diese befuchsschwanzten Vollgaskanaillen, welchselbige ihre Minderwertigkeitskomplexe mittels einer zurechtgepimpten Psycho-Potenz-Prothese auf Selbstfahrlafette an anderen Verkehrsteilnehmern auslassen, gelten in GB nicht als “sportlich” sondern als Arschlöcher.
Sorry wg. des unflätlichen Ausdruckes, aber das liegt doch näher an der Wahrheit.

 

Eine recht praktische Variante des sehr langen Stellungswechsels von London in die Highlands
stellt der “Caledonian Sleeper” dar.
Dieser Schlafwagenzug fährt gegen 21:00 in Euston ab, und man ist vor 10:00 in Fort William.
In der Gegenrichtung Abfahrt gegen 19:50, Euston an gegen 7:00.

Sonstige Scotrailinfos

Fahrkarten

Großbritannien ist ein relativ teures Reiseland, Bahnfahren ist davon nicht ausgeschlossen.
Für längere Strecken empfiehlt sich der Britrail Pass, der nur an Nicht-GB-Staatsbürger ausgegeben wird und auch nur außerhalb Großbritanniens verkauft wird.

Es gibt ihn für die 1. (First) wie 2. (Standard) Klasse, für verschieden lange Geltungsdauer an direkt aufeinanderfolgenden Tagen.
(Consecutive Pass)

Oder besonders empfehlenswert - für eine unterschiedliche Anzahl frei wählbarer Tage innerhalb eines Monats. (Flexi Pass)

Für kürzere Strecken ist es dann wieder ratsam, zu einem Normalpreisticket zu greifen - vor allem, wenn man einen Tagesausflug plant, z.B. London - Oxford
Da gibt es das Day-Return Ticket, zur Rückfahrt gültig nur am selben Tag, das aber nur einen symbolischen Betrag teurer ist als die Fahrkarte für einfache Fahrt. Im obigen Beispiel sind das 10 Pence......

Am günstigsten fährt man mit der Kombination der verschiedenen Fahrkarten; also vorher etwas Planung !

Im Großraum London ist zu beachten, daß es keinen Verbundtarif gibt.
Eisenbahntickets gelten nicht in der Underground und umgekehrt.

 

Ein paar Besonderheiten: Von popeligen Provinzbahnhöfen abgesehen, findet man auf Britischen Bahnhöfen keine Abfalleimer.
Ebenso gibt es keine Schließfächer mehr - beides haben wir übergeschnappten Turban- & Zottelbartträgern zu verdanken, und in GB ist man hier extrem sensibel.
Es ist auch nicht ratsam den Koffer unbeaufsichtigt rumstehen zu lassen.
In größeren Bahnhöfen gibt es jedoch eine Gepäckaufbewahrung, wo bei Annahme des Koffers derselbe durch ein Röntgengerät wandert....

Das enge britische Lichtraumprofil fordert auch seinen Tribut: Gepäckablagen über den Sitzen gibt es nur im hierzulande vergleichbaren Dosto-Format, und sind nur für flache Stücke geeignet.
Spezielle Kofferracks finden sich aber in jedem Waggon.
Die hierzulande um sich greifende Unsitte, das Gepäck einfach im Gang abzustellen --- heia, die anderen Trottel können doch drüberklettern...--- wird in GB vom Kondukteur höflich, aber resolut unterbunden.

    National Rail App

 

 

  Britisches Fremdenverkehrsamt  alle wichtigen GB Reiseinfos

 

Visit Scotland (deutsch)
 

 

Mietwagen

Wer es mit einem Mietwagen versuchen will:
Keine Bange, die Umstellung auf den Linksverkehr erfordert zwar Konzentration, ist aber für jeden, der routiniert ein Auto steuern kann, kein ernsthaftes Problem.
Wenngleich man sich für die ersten Meilen nicht unbedingt direkt von der Wagenübergabe in ein großstädtisches Verkehrsgetümmel stürzen sollte.

Wenn man einen Mietwagen nimmt (z.B. bei Sixt) rate ich dazu, sich einen Wagen mit Automatikgetriebe zu reservieren.

Da man schon auf den ungewohnten Verkehrsfluß aufpassen muß, ist die “Automatic Transmission” eine große Erleichterung,
nicht auch noch mit der linken Hand die Gänge schalten zu müssen.
Die Anordnung der Pedale und der Gänge ist bei Rechtsgelenkten Autos identisch mit den Linkslenkern.
Manche Hersteller spiegeln jedoch die Hebel für Blinker / Scheibenwischer.

An das Fahren auf der linken Seite gewöhnt man sich schnell; besondere Konzentration ist insbesondere beim
Abbiegen, an Einmündungen & Kreisverkehren gefragt.

Die üblichen Schäden, die Fahrer vom Kontinent im britischen Linksverkehr anrichten, befinden sich überwiegend
auf der linken Fahrzeugseite. Der Fahrer im Rechtsverkehr ist es gewohnt, daß das Auto etliche cm neben dem linken Ellenbogen
aufhört - und sich die andere Fahrzeughälfte rechts von ihm befindet.
Er ist also darauf trainiert, den zusätzlichen Platzbedarf des Autos nach recht abzuschätzen.

Das ist jetzt in Grossbritannien anders: Die andere Wagenhälfte ist jetzt links vom Fahrer, und da verschätzt man sich gerne etwas,
und fährt zu weit nach links hinaus.
Was die Sache leider nicht einfacher macht: Die britischen Straßen sind üblicherweise schmaler als in Deutschland.
Daher ist der Tip, sich verstärkt am Mittelstrich zu orientieren, sehr hilfreich.

Andererseits wird in GB nicht so aggressiv Auto gefahren, wie das bei uns leider viel zu oft zu beobachten ist.
Geschwindigkeitsbeschränkungen bitte beachten, es wird oft kontrolliert, und es wird schnell teuer !

Website mit allem rund um das Autofahren in Grossbritannien

 

Währung

Keep the Pound ! Den Euro gibt´s zwar in Irland, aber in Großbritannien wird nach wie vor mit Pfund gezahlt.
Ein Pfund entspricht momentan (IV 2017) etwa 1,18 Euro und ist sehr günstig - ich habe selber vor wenigen Jahren
noch 1,62 Continental Money Units für ein Pfund umgetauscht (!)

Großbritannien ist ohnehin kein billiges Reiseziel, aber bei dem gegenwärtigen Umtauschkurs relativiert sich das schon zu Gunsten der Besucher “from the Continent”

Mit einer EC- oder Kreditkarte bekommt man fast überall problemlos Bargeld aus Geldautomaten.
Die Auslandsgebühren fallen unterschiedlich aus, ggf. vorher erkundigen, wo man evtl. günstiger abhebt.

Kleiner Fallstrick: Die Royal Bank of Scotland gibt eigene, anders gestaltete Pfundnoten heraus.
Diese Geldscheine werden manchmal in England nicht akzeptiert (!)

Do you speak English ??

Im Gegensatz zu anderen Urlaubsländern wird man selten jemanden finden, der Deutsch spricht.
Wer alleine oder in einer kleinen Truppe unterwegs ist, muß ein gewisses Basisenglisch beherrschen.

Aber keine Bange! Ich selber war in der Schule bei Sprachen wahrlich keine Leuchte, und dann ist das bisserl Schulenglisch 20 Jahre in der Ecke gelegen.

Natürlich mußte ich das erstmal auffrischen -- Harry im Originalton lesen; Schulfernsehen / Sprachkurs-CD´s sind auch hilfreich, weil ein gesprochenes Wort immer noch anders klingt, als daß, was man sich beim Lesen einbildet.....

Der Rest war “Learning by doing” -- O.K. ein paarmal lief das eher auf “Learning by auf Schnauz falling” hinaus,
aber ich habe mich durchgewurstelt.
Das klappt relativ schnell erstaunlich gut, weil mir als Einzelreisendem ja gar nix anderes übrigblieb.
Das ist jedenfalls effektiver, als eine “Sprachreise” nach England inmitten einer deutschsprechenden Gruppe......

Fotografieren

3 Dinge soll der Fotograf auf keinen Fall vergessen:

ausreichend Speicherkapazität mitnehmen; da man meistens etliches mehr ablichtet, als ursprünglich vorgesehen...

ein Weitwinkelobjektiv
     alle Innenaufnahmen und etliche Außenaufnahmen auf dieser Website sind mit einem 28mm ( KB ) Weitwinkelobjektiv entstanden.
     Praktisch ist ein Zoom etwa von 28 - 75mm ( KB )
     Der Vorteil festbrennweitiger Objektive ist die höhere Lichtstärke: Viele Innenräume sind relativ duster !

ausreichend Akkukapäzität
     da bei modernen Fotoapparaten ohne “Saft” gar nix läuft,
     und derselbe bevorzugt an den unpassendsten Stellen auszugehen pflegt, ist ein Reserveakku ratsam.
  

Elektrizität

220 V Wechselstrom wie hierzulande; jedoch sind die Stecker anders;
     Den nötigen Steckeradapter bekommt man auf Flughäfen, in London auch auf allen wichtigen Bahnhöfen; in Touristengegenden auch in vielen Geschäften.

 

Outdoor in Scotland

Ein Hinweis für Highlandneulinge:
Bei den grünen Flächen, die sich Hänge hinaufziehen & Flußtäler bewachsen, könnte man beim Betrachten vieler Bilder der Annahme verfallen, daß es sich hier um saftige (Alm-) Wiesen handeln muß, über die man bequem drüberschlendern kann.
Leider oftmals ein Irrtum.
In Schottland hat es die Natur fertiggebracht, weite Teile des Landes mit einer Art Flachsumpf zu überziehen; diesen selbst noch an steile Hänge zu pappen, und das Ganze garantiert ganzjährig triefnass zu halten.

 Dicht bewachsen mit struppigen Gräsern, Farnen etc.-- gerne auch brusthoch -- die darunterliegende
Wasserlöcher & - läufe perfekt wegtarnen. Wer hier glaubt, mit Boulevardtretern auch nur 100m halbwegs heil zum Ziel zu kommen,
wird schnell eines Besseren belehrt. Oftmals sogar auf angelegten Fußwegen.

Beim Besuch mancher Drehorte wird man sich manchmal frei im Gelände bewegen müssen.
I.d.R. nur kurze Strecken, aber selbst dafür rate ich zu griffigem und wasserunempfindlichen Schuhwerk.

 

Landkarten

Speziell für die ländlichen Locations in den Highlands sind die exakten topografischen Karten von
Ordnance Survey empfehlenswert.

Die “Road Map 2: Western Scotland & the Western Isles”
im Maßstab 1 : 250 000 für die größere Übersicht, und für die detaillierteren Ansichten folgende Kartenblätter:

 

 

 

 

Maßstab

Location

Kartenblatt

1 : 25 000

Loch Eilt, Glenfinnan, Beasdale

Explorer 398: Loch Morar & Mallaig  (2-seitig)

 

Glenfinnan & Loch Shiel

Explorer 391: Ardgour & Strontian

 

Glen Coe,  Glen Etive

Explorer 384: Glen Coe & Glen Etive

 

Glen Nevis

Explorer 392: Ben Nevis & Fort William

 

Virginia Water Lake
Swinley Forest,  Bracknell
Shepperton Studios

Explorer 160: Windsor, Weybridge & Bracknell

 

Burnham Beeches, Black Park

Explorer 172: Chiltern Hills East

 

Malham Cove

Explorer OL 2: Yorkshire Dales

 

River Wye

Explorer OL 14: Wye Valley & Forest of Dean

 

Freshwater West Beach

Explorer OL 36: South Pembrokeshire

 

 

 

1 : 50 000

Glenfinnan & Loch Shiel
Loch Eilt, Beasdale

Landranger Map 40:
Mallaig & Glenfinnan

 

Glen Coe & Glen Nevis

Landranger Map 41: Ben Nevis

 


Gloucester & Tutshill

Landranger Map 162:
Gloucester & Forest of Dean

 

 

 

Die Viewranger - App arbeitet in GB auf Basis der Ordnance Survey Karten; das Kartenmaterial ist zwar kostenpflichtig,
aber dafür bekommt man auch eine richtige topografische Landkarte.
Denn das, was diverse Free-Portale gerne als “Map” zu bezeichnen pflegen, sind strenggenommen einfache Wegeskizzen,
die in Städten gut funktionieren, jedoch im freien Gelände unbrauchbar sind.

Die Karten bleiben im Gerät gespeichert, die App besitzt zahlreiche Editiermöglichkeiten, und die Karten sind für viele andere Länder ebenfalls erhältlich.
Auch hierzulande eine empfehlenswerte App !