Bregenzerwaldbahn

 

Spurensuche / Zustand 2014

Im Mai 1978 hatte ich das Vergnügen, meine erste Schmalspurbahn zu bereisen - von Bregenz nach Bezau & retour.

Genau 34 Jahre später besuchte ich die Relikte dieser landschaftlich reizvollen & abwechslungsreichen Bahnlinie;
die das schicksalshafte Frühjahr 1980 nicht überlebte.
Die Bregenzerwaldbahn stand wie viele andere Nebenbahnen - nicht nur in Österreich - schon länger
auf der Abschußliste der jeweiligen Staatsbahn.

Im April 1980 unterspülte ein Hochwasser das östliche Widerlager der Rotachbrücke; kaum war diese wiederhergestellt,
kam es am 3. Juli bei km 7,65 zu einem Hangrutsch. Dieser war gerade beseitigt, als am 14. Juli nur 500m entfernt ein weiterer massiver Hangrutsch mitsamt einem Hausgroßen Felsblock auf die Trasse stürzte.
Als dann noch die Aufräumarbeiten durch nachrutschende Erdmassen beeinträchtigt wurden, war das für die ÖBB der willkommene Anlaß, die Arbeiten sowie den Bahnbetrieb durch die Schlucht der Bregenzer Ache einzustellen.

Der Inselbetrieb zwischen Egg und Bezau endete im Oktober desselben Jahres, die “Stadtbahn Bregenz”
bis Kennelbach verkehrte noch bis 10. 1. 1983.

Nur die letzten 5 Kilometer von Schwarzenberg bis Bezau sind als Museumsbahn erhalten geblieben.

 

Rund 500m westlich des heutigen Bahnhofes Bregenz, gleich beim ersten Bahnübergang, steht beim ehemaligen Hp Vorkloster noch immer der Lokschuppen der Bregenzerwaldbahn - auch wenn andere Teile des Geländes & Umgebung
zztl. “städtebaulich weiterentwickelt” wurden.


Eine Weiterentwicklung hat auch der Schrankenposten an der Rheinlandstraße hinter sich; er beherbergt heute einen Asia-Imbiss

Der anschließende Bahndamm zum Riedentunnel hinauf ist abgetragen,
auch hier beherrschen Neubauten - teils direkt auf der Bahntrasse - das Bild.


Der Riedentunnel dient heute Fußgängern und Radfahrern als bequeme, steigungsarme und ruhige Alternative auf dem Weg in den Ortsteil Rieden

200m vor Rieden


Das Wartehäuschen des Haltepunktes Rieden

.... weiter geht es durch die Weidachstrasse und quer über einen heutigen Kreisverkehr, bis man direkt unter der Autobahnbrücke unmittelbar vor dem Pfändertunnel auf diese Brücke über einen Werkskanal stößt.....


..... und die gut sichtbare Trasse durch ein Waldstück nach Kennelbach hineinführt. Am Ortsrand ist die Trasse in Privatgrundstücken aufgegangen.....

..... aber in der Waldbahnstrasse verlief die Bahn nördlich neben dem Sträßlein


ehemaliger Bahnhof Kennelbach

Am Ende der Friedrich-Schindler Strasse überquert die Bahntrasse den Werkskanal, biegt in das steile Engtal
der Bregenzer Ache ein - und schlagartig ändert sich der Charakter der durchfahrenen Landschaft..... !


schon nach kurzer Zeit der erste Erdrutsch, vom denen sich in den letzten 3 1/2 Jahrzehnten
etliche auf die Bahntrasse ergossen haben.......

Trotzdem führt ein passabler Trampelpfad auf der früheren Eisenbahn durch das Tal.
Wenn man von den zahlreichen Hangrutschungen & Unterspülungen einmal absieht.
Es gibt einen Kennelbacher Bürger, der an der Trasse immer wieder ausholzt (eine anerkennenswerte Sisyphusarbeit)
und auch einige kleine Brücklein über einige Hindernisse gebaut hat !


ca. km 7,1 --- hier liegt rechts noch der Felsblock von 1980 - inzwischen etwas in den
nachrutschenden Erdmassen verschwunden und ziemlich eingewachsen.

halbrechts im Unterholz ist die Stelle des ersten schicksalhaften Erdrutsches


Rickenbachtunnel Westportal ....

.... Ostportal ....


.... und die direkt davor liegende Rickenbachbrücke.

Hier unmittelbar am Rickenbachtunnel ist am Prallhang der Bregenzer Ache die unangenehmste Passage der Streckenwanderung.
Der unablässig nagende Fluß hat dafür gesorgt, daß Teile der Trasse vollständig abgegangen sind und inzwischen
im Bodensee liegen. Etliche Erdrutsche auf die Trasse herunter machen die Wanderung auch nicht zu einem Vergnügen.
Bei dem Hochwasser 2005 war die Trasse selbst hier überschwemmt, das Wasser lief sogar durch die beiden Tunnel des Achtales (!)


Verladestelle Wiratobel

mal wieder ein Erdrutsch


Relikte der ehemaligen Hängebrücke ....

.... direkt gegenüber der Wartehütte des Haltepunktes Langen-Buch


einen halben Kilometer flußaufwärts von Langen-Buch ist wieder eine sehr schlechte Passage, wo sich die
Bregenzer Ache ihren Tribut geholt hat ....

Kurz vor dem Rotachtunnel .....
.... und dann kommt die freudige Überraschung in Form der gesperrten Brücke über die Rotach.
Leider wird man erst hier darauf aufmerksam gemacht, und darf den Weg zurückkraxeln .....

 

 


Der nächste Tag, ein zweiter Anlauf zur anderen Seite des Rotachtunnels und der Rotachbrücke ......

..... und deren Schräglage aufgrund des unterspülten Widerlagers.


1980 war das andere Widerlager betroffen.

zwischen Tunnel und Doren-Sulzberg
Östlich der Rotachbrücke ist die weitgehend belassene Bahntrasse ein Wanderweg, kein Vergleich zu dem mühsamen Stück unterhalb des Tunnels. Von Doren-Sulzberg bis hinter Bezegg ist die Trasse ein ausgebauter Wander- /Radweg.
Der großzügig sanierte und gekieste Abschnitt bis Egg ist fast fertig - oberhalb Egg existiert der geteerte Weg schon seit 1992.


Bahnhof Doren - Sulzberg, der einzige erhaltene Bahnhof in der Schlucht


bei Doren-Sulzberg

ex Hp Weißachbrücke


Weißachbrücke, frisch renoviert

beim Kilometer 16 stehen noch Restarbeiten für den Wanderweg an .....


.... und in dieser Ecke bekommt die Bregenzer Ache weit oberhalb entnommenes Wasser zurück.

Gleich oberhalb der Kraftwerk wird es aufgrund der deutlich geringeren Wassermengen spürbar ruhiger;
gleichzeitig ist hier für ca. 500m die engste Passage im gesamten Flußtal


das Gelände des Bahnhofes Langenegg - Krumbach.  Das Empfangsgebäude wurde 2005 abgerissen.

nahe Langenegg - Krumbach


frisch renovierte Brücke --- im Hintergrund ist die Lingenauer Hochbrücke zu erkennen

einige Meter weiter, bei der alten Straßenbrücke, verläßt der Weg die Bahntrasse, die hier großzügig verschüttet wurde.
Schon zu Kaiser Franz Joseph´Zeiten gab es hier einen großen Hangrutsch.


die ehemalige Bahnhofsrestauration des Bahnhofes Lingenau - Hittisau steht noch; das Empfangsgebäude ist schon 1978 abgerissen worden. An seiner Stelle steht heute die “Outdoor Academy”

 

 

Die Subersachbrücke


Beim Motocrossplatz verläßt der Wanderweg kurz die eigentliche Bahntrasse,
die als unverändertes Dammstück gut zu erkennen ist.
Ab dieser Stelle steigt die Trasse der Bahnlinie stärker an als der Flußlauf.

Ebenfalls schön saniert zeigt sich das Egger Viadukt, leider zztl. sehr verwachsen.


In Egg verläßt die Trasse die Schlucht der Bregenzer Ache, binnen einer Kurve öffnet sich die Landschaft.
An dieser Stelle löst sich die Trasse der Bregenzerwaldbahn von der Bregenzer Ache.

Auf dem Gelände des Egger Bahnhofes entstand 2000 das Impulszentrum ....


...... dessen Eingang mit einem netten Detail aufwartet

Ausfahrt aus Egg, rechts das Freibad


in diesem auffallenden Haken, den die Bregenzerwaldbahn gleich oberhalb Egg schlug ist die Schmiedebachbrücke, leider inzwischen komplett eingewachsen.  (so, jetzt reicht´s mir; Gemüse elendiges ! Agent Orange: Gefällt mir)

nur wenige Meter nach der Brücke


Bü Roßhag


der frühere Haltepunkt Unterbach

..... nur wenige Meter weiter


in stetiger Steigung hinauf nach Andelsbuch ....

...... im Gebüsch verbirgt sich die Pfisterbachbrücke


kurz vor Andelsbuch endet die Teerdecke .....

...... und die Bahnlinie umrundete die Friedhofsmauer ...


..... um gleich darauf fast Trambahnmäßig Andelsbuch zu durchqueren
(gegenüberliegende Straßenseite, der LKW steht mitten auf der Trasse)

Blumenpflücken während der Fahrt verboten !!


Bahnhof Andelsbuch, mustergültig restauriert


( der graue Kasten ist eine Radarfalle....)

“Bertha, das Ei ist hart !!”


kurz vor Bezegg

Traktor = ehemaliger Haltepunkt Bezegg


gleich nach Bezegg geht es am Staudamm eines Ausgleichbeckens des Andelsbucher Kraftwerkes vorbei.
Das Wasser wird der Bregenzer Ache unterhalb Bezau entnommen - durchquert auf direktem Weg (1500m) dem Berg....

.... und stürzt links 62m ins Kraftwerk hinunter, danach verschwindet das Wasser erneut in einem langen Stollen, und kommt am Kilometer 16 der Bregenzerwaldbahn wieder zum Vorschein.
Die Bahn verlief auf der gegenüberliegenden Seite direkt an der Straße.....


..... und diese Passage durch den Bersbucher Wald verschwand als allererstes, als man die Straße über die Bahntrasse hinaus an den Hang rückte, und an der Außenseite einen Fuß-/ Radweg anlegte.
Da die ganze Trassierung mit neuen Stützmauern auch etwas in den Hang gerutscht ist, dürfte die ehemalige Bahntrasse hart hinter dem Mittelstrich gelegen haben.

Kurz vor dem Hp Bersbuch - Die Straße liegt heute auf der ehemaligen Bahntrasse, die alte Straße verlief rechts zwischen den Häusern, und im folgenden mitten durch Bersbuch.


ex Hp Bersbuch - das folgende Stück bis zum Bahnhof Schwarzenberg liegt heute komplett unter der Straße

Endlich wieder Schienen !   heutiger Streckenendpunkt


Bahnhof Schwarzenberg, top renoviert


..... und der abfahrbereiten 2091.08

Ausfahrt Schwarzenberg


unter pittoresken Felswänden .....

..... zur Sporeneggbrücke


gleich gegenüber der modernen Straßenbrücke versteckt sich ihre Vorgängerin - und die wird leider nicht so oft abgelichtet
wie die Bahnbrücke..... schade eigentlich

die letzte Engstelle


km 32, 4



kurz vor Reuthe


km 33, 4

Hp Reuthe - auch dieser Ort liegt gut 2km vom Haltepunkt entfernt (Zum Bahnhof Bezau ist es zudem näher !)


km 33, 7

Brücke über die Bregenzer Ache ....


...... die hier noch alles Wasser führt - aber nur noch 150 Meter.....

St. Jodok


kurz vor dem Endbahnhof

Bezau


.... und die bekannte Segmentweiche, da der Fotograf mit dem Rücken zur Wand steht.
Der Supermarktbau erforderte eine ausgefallene Lösung

 

 

 

 

 

Home   Buenos Dias   Spiegelauer Waldbahn   Zwieselauer Waldbahn   Waldbahn Reit im Winkl   Waldbahn Spitzingsee   Waldbahn Weissbach   Waldbahn Viseu de Sus

Bayerische Oberlandbahn   Bayerische Zugspitzbahn   Bregenzerwaldbahn   Malta Railway   Trambahn München   RAG Esslinger VT   Wanderbahn im Regental

Regentalbahn   West Highland Line