6  Scheerhütte

 

Diese lange Strecke wurde in Etappen gebaut; 1928/29 und 1951 bis 1953.
Das letzte Stück war das höchstgelegene im Netz der Waldbahn - und auch das kurzlebigste.
Die gesamte Strecke entlang geht es ständig bergauf, bis auf knapp 1000m Seehöhe !

Die Strecke liegt bis auf die ersten 100m vollständig in Kerngebiet, kann aber zu etwa 2/3 begangen werden.
Sie zweigt von der Rachelstrecke ab, 500m nachdem diese die Wendeschleife verlassen hat.


Am Abzweig von der überwachsenen Rachelstrecke - rechts durchquert die Strecke zur Scheerhütte einen rund 100m langen und relativ tiefen Einschnitt.


Auf dem geraden Stück nach dem Einschnitt verschwindet die Strecke im Kerngebiet des Nationalparkes und ist für weitere Erkundigungen tabu....

....jedoch kann man nach 300m weiter von der Straße zum Gfäll hinauf einen Blick riskieren.


In der Gegenrichtung liegt ein Fahrweg der Nationalparkverwaltung auf der Trasse, dem man für rund 2 km in östlicher Richtung folgen kann.

Die Trasse ist schön erhalten


Die geradeaus weiterlaufende Waldbahn umrundet in einem auffallenden Haken den Hüttenriegel; die Fahrstraße bevorzugt eine Abkürzung.

Zudem führt die Waldbahn in diesem Bereich durch ein Wildgatter......


...... daß sie hier wieder verläßt (durch das Gatter fotografiert)
Ab dieser Stelle geht es grob in westlicher / nordwestlicher Richtung weiter.

100m weiter kreuzt der Fahrweg die Trasse; im Hintergrund zu erkennen - und ab dort ist die Waldbahn für etwa 2 km für den Normalsterblichen tabu, und völlig verfilzt.
Im Vordergrund erkennt man den Abzweig nach rechts zu einem längeren Gleisstutzen....


.... dieser liegt wieder auf der Fahrstraße. Links talwärts zum Hüttenriegel, rechts die bergwärtige Komplettierung des Gleisdreieckes !

Endstation. Eine Sh 2 Tafel hätte man ordentlicherweise ja aufstellen können  :-))
Quer durch das Bild verläuft der Fahrweg.
Etwa hier endete der Streckenbau 1929 - das folgende Stück wurde erst 22 Jahre später in Angriff genommen, hier existiert kein Fahrweg, und kann heute nicht mehr begangen werden...


2 km weiter, etwa 400m unterhalb des Gfällparkplatzes (Bildmitte)

..... und überquert den Gfällparkplatz, ein Endpunkt der Igel - Busse im 30 Minuten Takt.


Der folgende Abschnitt ist eine Fahrstraße, Entwässerungsgräben und -durchlässe sind aber noch gut erhalten.



Hier an der Höhe 968m trifft der bekannte Weg vom Klingenbrunner Bahnhof herauf auf die Trasse. Hier war offenbar auch ein Ladeplatz.

Aber es ging vermutlich noch etwa 300m weiter: Gleich um die Ecke herum steigt der Forstweg stark an - die Trasse verschwindet geradeaus im Unterholz in Bildmitte.


Vom Forstweg aus kann man noch ein kurzes Trassenstück erkennen - und dahinter die ins Tal stürzende Flanitz, die hier die Waldbahntrasse eingeholt hat.
Hier war definitiv Schluß, weiter wäre es nur mit dem Bau einer Spitzkehre gegangen.

Diesseits der Flanitz ist keine Trasse mehr erkennbar, die Wälder jenseits des Baches gehörten nicht mehr zum Forstamt Klingenbrunn.
Auch die Steigungen sind in diesem engen Loch schon sehr stark.

Die Waldbahn erreichte also hier ihre höchste Stelle: 975 bis 980m
Ich bin der Ansicht, wenn seinerzeit der Ehrgeiz bestanden hätte, die magische 1000m Marke zu knacken, wäre das ohne weiteres möglich gewesen: Denn die Steigungen der gesamten Strecke sind teilweise relativ moderat. Mit ein paar Promille mehr wäre man hier an der Klingenbrunner Scheer etliche Meter weiter den Hang hinaufgekommen.

Trotzdem eine beachtliche Leistung: Diese Höhe entspricht genau der höchsten Stelle, die Normalspurbahnen in Deutschland erreichen - die Schmalenseehöhe bei Mittenwald.
Wer höher hinauf will, muß hierzulande zur Zahnradbahn greifen.