2  Schwarzachebene

Unmittelbar nach dem Ende der Inflation 1923 begann hier 1924 die große Erweiterung des Streckennetzes, das binnen 10 Jahren
von ca. 35 km auf rund 95 km anwuchs.

Das 2800m lange Streckenstück ist die Keimzelle der Waldbahn im Klingenbrunner Bereich.
Dort, wo die Hauptstrecke die Schwarzach überquert und sich nach Osten wendet, verlief diese Strecke zwischen dem damaligen Fahrweg und Bach geradeaus weiter in nördlicher Richtung.
Sie blieb dabei auf dem westlichen Ufer der Schwarzach und endete unter dem Hinteren Bocksberg an der Höhe 779,3m.
Die Strecke entlang des Föhraubaches bis zur Höhe 806m ist die direkte Verlängerung

In einem aufgelassenen Sägewerk kurz nach dem Abzweig von der Hauptstrecke finden sich noch Gleisreste. (?)
Zu sehen ist das von der hinten am Wald entlanglaufenden Bahnlinie Zwiesel-Grafenau aus
(von der 200m entfernten und tiefer gelegenen Schwarzachstrecke nicht zu erkennen)

Es ist die einzige Strecke, die praktisch komplett unter einer zztl. ausgebauten Straße liegt und ist mit dem Igelbus zum Gfäll zu bereisen.
Die Trasse lag auf der rechten Seite der heutigen Straße auf der Seite zur Schwarzach.


Auffallend beim unteren Bild sind die Teeraufbrüche, deren Breite genau der Dammkrone der ehemaligen Waldbahn entsprechen - offenbar hat sich ältere Unterbau der Bahntrasse schon besser gesetzt als die jüngeren Verbreiterungen im Zuge des Strassenausbaues.


Genau bei der Abzweigung der Rachelstrecke (links) löste sich die Bahntrasse evtl. aus der Straße, und verlief auf den letzten 300 Metern wenige Meter neben und etwas tiefer als die heutige Straße (halbrechts)

Die Ladestelle am früheren Streckenendpunkt ist identisch mit dem heutigen Rastplatz Schwarzachebene, der hier im Winterschlaf dahinschlummert.


Am östlichen Rand des Rastplatzes fließt die Schwarzach entlang.
Hier finden wir nur 20m voneinander entfernt 2 Brückenwiderlager: Hier das flußaufwärts gelegene, es ist höher und geht am anderen Ufer in einen gut erkennbaren Damm über.
Dies waren die letzten Meter der Schwarzachstrecke, vermutlich erstreckte sich die Ladestelle teils auch am anderen Ufer des Baches.

Das flußabwärts, direkt an der Einmündung des Föhraubaches gelegene Widerlager
gehörte zur Strecke Föhraubach.

 

 

 

 

 

29  Föhraubach

 

Die Strecke “Schwarzachebene” wurde etwa 1935 um 1400m entlang des Föhraubaches bis zur Höhe 806m verlängert und endete dort
auf einer Lichtung.

Das Gelände ist sehr sumpfig und kaum tragfähig - es war nach Abbau der Waldbahn nicht möglich, dort eine für LKW befahrbare Straße zu bauen.

Die gesamte Strecke liegt heute im Kerngebiet, und ist bis auf den unmittelbaren Ausgangspunkt nicht zugänglich.


Am östlichen Rand des Parkplatzes Schwarzachebene fließt die Schwarzach entlang.
Hier entdeckt man nur 20m voneinander entfernt 2 Brückenwiderlager: Hier das flußabwärts, direkt an der Einmündung des Föhraubaches gelegene Widerlager; es gehörte zur Strecke Föhraubach.

 

 

 

 

 

3  Rachel

Nachdem die Waldbahn 1924 ihre Fühler entlang der Schwarzach in Richtung Rachelgebiet ausgestreckt hatte, ging es Schlag auf Schlag.
Bereits im folgenden Jahr ging diese 2400m lange Stichstrecke in Betrieb.

Diese zweigte 300m vor dem Endpunkt der Schwarzachstrecke in einer scharfen Linkskurve ab, um unmittelbar darauf scharf rechts herum wieder in nordöstlicher Richtung zu führen. Nach 700m - ab dem späteren Abzweig der Strecke Scheerhütte - geht es in nordwestlicher Richtung weiter bis zum Streckenende.
Dieses lag auf einer dreieckigen Lichtung nahe der Flanitzlöcher, direkt an dem geradeaus vom Klingenbrunner Bahnhof
heraufführenden Fahrweg.

Heute liegt die Strecke knapp außerhalb des Kerngebietes, und ist teils sehr schlecht begehbar.

Hier zweigt die Rachelstrecke nach links von der Schwarzachstrecke ab;
im Hintergrund ist der zeitweilige Endpunkt der Schwarzachstrecke, die sich hier für das allerletzte Stück aus dem Straßenplanum löst.
Sie liegt am rechten Bildrand.


Schon auf den ersten Metern türmen sich heute Hindernisse auf - der Einschnitt in der ersten Linkskurve ist unter Bäumen begraben.

Bereits 200m nach dem Abzweig von der Schwarzachstrecke findet man ein absolutes Schmankerl:
Denn dort, wo ihrerseits die Strecke Klingenbrunn-Bahnhof abzweigt, befindet sich mitten im Wald eine Wendeschleife !
 
Da sich diese Anlage in einem leicht abschüssigen Gelände befindet, ist auf der westlichen Seite ein Bahndamm.
Zudem ist der Wald dort relativ licht, und somit kann das alles gut eingesehen werden.

Die Anlage hatte einen ganz einfachen Zweck: Sie ermöglichte es, Züge in der Relation Klingenbrunn Bahnhof zur Strecke Rachel / Scheerhütte direkt durchlaufen zu lassen.

In der Wendeschleife: Vom Rachel kommend gesehen: Links geht es nach Spiegelau, halbrechts in die Wendeschleife nach Klingenbrunn - die eigentliche Strecke von Klingenbrunn kommt in der unteren rechten Ecke ins Bild.

spiegelauer waldbahn nationalpark bayerischer wald
Der Blick in die entgegengesetzte Richtung: Direkt nach dem Verlassen der Wendeschleife geht es bergauf zum Streckenendpunkt (halbrechts).
Halblinks die Strecke zum Klingenbrunner Bahnhof.
Am linken Bildrand kann man etwa auf halber Höhe den kleinen Damm der Wendeschleife zwischen den Bäumen hindurchblinzeln sehen.

Kurz vor der Abzweigung der Strecke zur Scheerhütte, talwärts gesehen.


Rechts zweigt deutlich zu erkennen die Strecke zur Scheerhütte in einem tiefen Einschnitt ab; die Rachelstrecke ist halblinks
von Jungfichten überwuchert.

Im Dunstkreis der Glitzlettenseige zeigt sich die Trasse völlig verfilzt.


Die Überquerung des Waldhüttenbaches.



300m vor dem Streckenende in östlicher...

.... und westlicher Richtung gesehen.


Am Streckenende;
unten rechts der von Klingenbrunn heraufführende Weg