24  Waldbahnhof Spiegelau


Der Bahnhof in Spiegelau war das Herz der Waldbahn, hier befand sich die Werkstatt; sozusagen das Bw, die Verwaltung, sowie einer der beiden Hauptumschlagplätze auf die Staatsbahn.

Die Frachtmenge, die die Waldbahn ihrer normalspurigen Kollegin zuführte, war enorm.
Nicht zu vergleichen mit dem sehr bescheidenen Güterverkehr, wie er bis zur Einstellung 1994 auf der Grafenauer Nebenbahn
abgewickelt wurde.
Auch das Aufkommen im Personenverkehr ist bescheiden, die Nebenbahn Zwiesel - Grafenau zählt zu den am schwächsten ausgelasteten Bahnlinien in Bayern, und war viele Jahre ein heißer Stillegungskandidat.
Durch den Bayern-Takt und den Umsteigepunkt zum Igelbus wird diese reizvolle Nebenbahn wieder gefördert, mit 2-Stunden Takt incl. Wochenendverkehr ist jedenfalls ein besseres Verkehrsangebot vorhanden, als die noch vor wenigen Jahren üblichen
6 Zugpaare Montag bis Freitag.....

Wer die Spuren der Spiegelauer Waldbahn erkunden will, findet hier den idealen Einsteigepunkt in jeder Hinsicht.
Mit dem System der Igel - Busse sind viele Bereiche der früheren Waldbahn gut erreichbar, teils fahren diese Erdgasbusse auf Forststrassen, die direkt auf bzw. neben ehemaligen Waldbahntrassen gebaut wurden.

 

Am Bahnübergang direkt nordwestlich des Spiegelauer DB-Bahnhofes.
Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Waldbahn wurde von einem früheren Waldbahner gekauft, und wird noch heute von seinen Nachkommen bewohnt. Der Weg rechts vom Haus ist die frühere Trasse des normalspurigen Ladegleises, daß in seinen besseren Zeiten noch rund einen 1/2 km lang war.
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Ein Blick in die Gegenrichtung: Der verträumte Bahnhof Spiegelau
Das Empfangsgebäude mit seinem für den Bayerischen Wald typischen Bruchsteinmauerwerk ist noch weitgehend original erhalten.
Rechts ist noch teilweise das markante Gebäude des staatlichen Sägewerkes im Bild.

Das frühere Verwaltungsgebäude lugt noch hinter einem der modernen Regio-Shuttle der heute zum Netinera-Konzern gehörenden Regentalbahn hervor, die den Personenverkehr auf der Grafenauer Strecke bewältigen.  VT 22 am 14. IIX. 2006
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Das ehemalige “Bw” der Spiegelauer Waldbahn

Am Ortsrand von Spiegelau.
Trapeztafel der Staatsbahn, davor der Strecken km 19,0 - auf selber Höhe das Ortsschild.
Dort, wo gerade der Regio-Shuttle fährt, befand sich seinerzeit auch die niveaugleiche Kreuzung der Waldbahn mit den Gleisen der Staatsbahn.
Am linken Straßenrand verlief die Schneiderbachstrecke der Waldbahn, hier liegen teils noch Gleisjoche unterm Teer, gut erkennbar an den Bruchkanten der Teerdecke.
Auf einem kurzen Stück schauen sogar noch die Schienenköpfe heraus.
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Links das frühere Gelände der Waldbahn mit Werkstatt, Umlademöglichkeit etc.

Gleich links nebenan finden sich noch Brückenwiderlager an den letzten Metern des Schneiderbaches vor
seiner Mündung in die Schwarzach.


Im hinterem Teil des heutigen Kurparkes war ursprünglich ebenfalls ein Holzhof, der mit einem durchlaufenden und beidseitig angebundenen Gleis mit dem Beginn der Hauptstrecke verbunden war.
Das Gleis überquerte 2x die Schwarzach. Die Widerlager der nordwestlichen Brücke sind nur wenige Meter neben einem Pavillon in der hintersten Ecke des Kurparkes.

Wer die Spiegelauer Webcam besucht, sieht den Kurpark; das ehemalige Waldbahngelände befand sich hinter den Bäumen am linken Bildrand.
 

 

 

 

 

 

25 Sagwasser

 

Die umfangreichen Ladegleise unterhalb der Sagwassersäge sind 1927/1928 entlang des Baches weitergeführt worden. Fast die gesamte Strecke ist heute eine Forststraße / Fahrweg.


Die westliche Zufahrt zur Sagwassersäge von der Hauptstraße heute:
Während die Hauptstrecke der alten Nationalparkstraße nach links folgt, führte das Gleis in den unteren Teil des Holzhofes
hinter dem Schild geradeaus.
Die eigentliche Sagwasserstrecke überquert die heutige Nationalparkstraße am rechten Bildrand im Hintergrund, wo die Leitplanke endet.

Die Zufahrt tritt aus dem Wald, rechts Neubauten, die Sagwassersäge ist geradeaus.


Das Areal ist zztl. eingeebnet worden

Hier verläßt die Waldbahntrasse das Gelände der Säge, man erkennt die Kreuzung mit der heutigen Nationalparkstrasse.


Ab der Kreuzung mit der Nationalparkstrasse ist die Trasse heute ein Forstweg

Etwa 400m nach Überqueren der Nationalparkstrasse erlaubt sich die Waldbahntrasse den einzigen Ausreißer:
Kurz bevor der Wanderweg “Dachs” vom Nationalpark Infozentrum herunterkommt, schert die Trasse ein paar Meter nach Westen aus....   (rechts neben dem Baum mit der Markierung)


... man erkennt von der Strasse aus auch noch einige Durchlässe.

Genau bei der Abzweigung des Wanderweges kreuzt die Waldbahntrasse die Forststrasse...
( Unten: Genau Bildmitte )


... und führt etwa 200m östlich unberührt erhalten um einen kleinen Buckel herum....

... bevor sie endgültig in die Forststrasse aufgeht.  ( Bildmitte )



Die letzten 400m sind ein bescheidener Fahrweg, hier ist der Charakter der Trasse noch gut zu erkennen.

Die Strecke endet unterhalb des zu Neuschönau gehörenden Weilers Katzberg.

 

 

 

 

 

26 Kleine Ohe

Unmittelbar vor der Graupsäge war eine in nördlicher Richtung abzweigende
1,5 km lange Strecke entlang der kleinen Ohe bis zur Fredenbrücke geplant.

Gleich nach Baubeginn wurde das Projekt jedoch gestoppt; übriggeblieben ist nur ein ca. 100m kurzer Gleisstutzen.
Heute befindet sich die Igelbushaltestelle Graupsäge direkt auf dem früheren Gleisbereich.