1 Hauptstrecke Spiegelau-Mauth

direkte Verlängerung, Reschbachstrecke (27)


Bahnhof Spiegelau (Waldbahn / Staatsbahn ) siehe 24

Dieser Streckenabschnitt ist die Keimzelle der Waldbahn. Zum offiziellen Datum der Betriebseröffnung 1910 existierte bereits der Abschnitt bis zur Sagwasser-Säge; denn bei der Abnahmefahrt vom November 1909 wurden diese knapp 16 km befahren.

Schon 1900 waren im Bereich Spiegelau 2 km Gleis befahrbar - anfangs noch versuchsweise mit gebraucht beschafftem Material aus nicht mehr benötigten Waldbahnbetrieben im Ebersberger Forst und dem Nürnberger Reichswald.
Diese Versuchsstrecke ist dann in aller Stille erweitert worden.

Die Hauptstrecke liegt angenehmerweise immer in Randbereichen des Nationalparkes, und kann fast überall gut begangen werden.


Ausgehend vom Waldbahnhof Spiegelau folgte die Trasse in nordwestlicher Richtung der Strasse zum Gfäll, und ist teilweise als kleiner Damm rechts neben der Strasse erkennbar.
Nach 200m ist eine kleine Kneippanlage erreicht, hier biegt die Waldbahn nach rechts ab, und überquert sofort die Schwarzach.



Die betonierte Schwarzachbrücke ist heute noch im Original vorhanden, und trägt den Wanderer trockenen Fußes über den Bach,
der seinem Namen alle Ehre macht.
Leider ist die Brücke zztl. völlig eingewachsen, und läßt sich von der Seite kaum erkennen, das Foto oben ist im Herbst entstanden.

Nordwestlich von Spiegelau schlägt die Trasse einen auffälligen Haken.
Ein idyllischer Abschnitt, hier liegt nur ein netter kleiner Wanderweg auf dem Bahndamm.


Dannn überquert die Trasse die Straße zur Neuhütte.....

....... um in einem kurzen Abschnitt als geteerte Ortsstraße auch in Zukunft der Befriedigung von Verkehrsbedürfnissen zu dienen.


Direkt nördlich von Spiegelau am Jägerriegel, in unmittelbarer Nähe eines Spielplatzes wird die gut als solche erkennbare Trasse noch in unterschiedlichen Formen als Weg benutzt.

Oben: Rechts neben der Trasse steht der Gedenkstein....... unten im Detail


Nordöstlich von Spiegelau dient die Hauptstrecke als Forst- und Wanderweg; hier zweigte die Strecke in den Hammerwald im Rücken des Fotografen ab. Den Blick in die Gegenrichtung gibt es folglich unter 21

200m weiter an der Martinwiese befand sich ein Ladegleis mit Holzlagerplatz
Direkt am nördlichen Ende der langgezogenen Lichtung verläuft der Streckenast in den Hammerwald.


Direkt nördlich von Riedlhütte in der Schindlau. Dort schlägt die Trasse 2 auffällige S-Kurven, die erste liegt im Unterholz (oben), die östliche ist mit der Forststrasse überbaut. (unten)


Die Trasse nördlich von Riedlhütte, bevor sie kurz in die Nationalparkstrasse aufgeht. 
(Höhe 752,4)

...... hier findet sich noch eine vergessene Schwelle.


Ab dieser Stelle, 500m östlich der Einmündung der Straße von Riedlhütte in die Nationalparkstrasse FRG 4,
führte die Waldbahn ca. 1,5 Kilometer an der Nordseite der alten Nationalparkstraße entlang - die ersten 500m dieser gemeinsamen Trasse wurden zztl. von der neuen Nationalparkstrasse überbaut.

Bis einen Kilometer östlich der Sagwassersäge finden sich immer wieder Teilabschnitte der Waldbahn, die man aus Kostengründen in Seitenlage an der alten Nationalparkstrasse angelegt hat.
Das war für derartige Kleinbahnen nicht unüblich, selbst normalspurige Nebenstrecken baute man manchmal direkt auf die Straße - bekanntestes Beispiel in Bayern war die “Seekuh” von Erlangen nach Eschenau.

Da der Straßenverkehr dabei teils die Gleisanlagen mitbenutzte, waren Schäden vorprogrammiert; das war kein richtiges Straßenbahngleis in einem befestigten Straßenkörper, sondern nur ein mäßig befestigter Fahrweg mit einem Gleis nebendran.

Aufgrund der schlechten Betriebserfahrungen mit dieser Billigvariante sind alle später gebauten Teilabschnitte als eigenständige Trasse ausgeführt worden.

 

An dieser Stelle muß man 4 Verkehrswege auseinanderhalten:
Die Waldbahn
die alte Nationalparkstraße (wie sie zu Zeiten der Waldbahn existierte)
die neue Nationalparkstraße (nach dem Abbau der Waldbahn)
den heutigen Wirtschafts- und Radweg

Wenn die Waldbahn die alte Nationalparkstraße mitbenutzte, lag sie immer am nördlichen Straßenrand.
Die alte Nationalparkstraße war nach heutigen Maßstäben ein guter, aber unbefestigter Fahrweg, dessen kurviger Verlauf
sich dem Gelände anpaßte.
Die neue Straße ist dann entsprechend den Erfordernissen des heutigen Straßenverkehrs teilweise auf der Trasse der alten Straße gebaut worden, Teilabschnitte wurden begradigt.
Und der heutige Wirtschafts-/Radweg liegt häufig auf der Trasse der alten Nationalparkstraße, jedoch nicht überall - wenn dieser Weg neu angelegt werden mußte, so geschah das meist auf der Südseite der neuen Straße. 

Vor der Aufschlägersäge sind 2 Abschnitte, wo die Waldbahn + alte Nationalparkstraße völlig unter der neuen Straße verschwunden sind,
und 2 Abschnitte wo beide heute noch erhalten sind. Die alte Straße dient hier heute als Radweg - die Waldbahn lag auf dem Grünstreifen links des Weges. Hier nahe dem Abzweig des Filzwaldgleises.


Waldbahn als Wanderweg: Die Hauptstrecke direkt östlich des Parkplatzes an der Abzweigung der Straße zur Rachel-Diensthütte
(Igel Bus Haltestelle)
Der Weg (Markierung “Mischwald” und “Kreuzotter”) liegt auf einem sehr gut erhaltenem Teilabschnitt....

... von dem 100m vor der Ohebrücke nach rechts ein Gleisstutzen zur ehemaligen Aufschlägersäge führte.
 Das Sägewerk wurde zztl völlig abgebrochen.


Schon in Sichtweite der Ohebrücke zweigt sehr gut erkennbar die Seebachstrecke nach links ab.

Und dann die hervorragend erhaltene Brücke über die Große Ohe - ein absolutes Schmankerl !
Widerlager, der Pfeiler und die Eisenträger sind allesamt noch Originalteile.


Kurz nach der Brücke verläßt der Wanderweg die Bahntrasse...

welche 200m weiter wieder auf die alte Nationalparkstraße traf, diese Stelle ist heute überbaut und liegt genau unter der Abzweigung nach Guglöd.


Die nächsten ca. 250m sind wieder komplett überbaut, dann lösen sich Waldbahn & alte Nationalparkstraße wieder südlich aus dem hier begradigten neuen Straßenverlauf.
Bild oben mit Blickrichtung Spiegelau, die Waldbahn lag rechts.

Das frei verlaufende Stück ist etwa 400m lang, dann verschwinden Bahn & alte Straße erneut für ca. 400m unter der neuen Straße.
Der Abschnitt von der Ohebrücke bis zur unten gezeigten Kuppe liegt in einer Steigung.

Genau auf der Kuppe der neuen Nationalparkstraße (Höhe 772m) verließ die Waldbahn in spitzem Winkel den alten und neuen Straßenverlauf, auf den ersten Metern stark verwachsen. (am Straßenpfosten links)
Hier kreuzt der Wanderweg “Kreuzotter” die Straße.


Während die Straße schnell an Höhe verliert, ist das bis zur Graupsäge anhaltende Gefälle der Waldbahn deutlich sanfter. Die Bahn schlägt zuerst einen scharfen Haken nach links, und geht dann in einen weiten Rechtsbogen über, der um die Landbrückau herumführt. Auf der Landkarte ist das eine sehr auffallende Stelle.

Etwa am westlichsten Punkt des Bogens geht die Bahntrasse in einen Forstweg auf....


.... der am nördlichsten Punkt des Bogens endet. Das ist direkt unterhalb des Weilers Guglöd, damals und heute ein Holzlagerplatz.

Der restliche Kilometer bis zur Graupsäge ist die Trasse wieder relativ ursprünglich erhalten - anfangs ein Fahrweg, zuletzt ein Wanderweg


In Bildmitte kommt die Waldbahn aus dem Wald heraus, geradeaus sind es 150m zur neuen Nationalparkstraße, rechts geht es nach Guglöd.
Hier begann der mit 2 km längste gemeinsame Abschnitt der Waldbahn mit der alten Nationalparkstraße.

Wenn man sich nur herumdreht, findet man unter der Igelbushaltestelle den Gleisstutzen, der bis zur Fredenbrücke weitergebaut werden sollte, was letztlich aber unterblieb.


Nach rechts geblickt: Das Brücklein, daß hier die alte Straße und Bahn über die Kleine Ohe trägt. Direkt dahinter schlagen beide einen auffallenden rechtwinkligen Haken nach rechts.

Die ehemalige Graupsäge, heute ein Betriebsgelände des Nationalparkes:
Vor dem Gebäude liegen noch heute 3 einbetonierte Gleise, im Rücken des Fotografen liegen noch ein paar Schwellen.


Sogar ein Gleisjoch wartet auf bessere Zeiten.......

 

Gleich hinter der Graupsäge; die Waldbahn lag links neben der alten Straße


300m hinter der Graupsäge verschwinden die Waldbahn mitsamt der alten Nationalparkstraße für rund einen Kilometer komplett
unter der neuen Straße.
Das Bild oben entstand etwa 400m westlich des Parkplatzes Schönau; hier führten Waldbahn & alte Straße in Bildmitte geradeaus weiter, und lösten sich auf der südlichen Seite von der neuen Nationalparkstraße....

.... Diese Stelle ist gut erkennbar, wenn man bei dem Bild oben die Einfahrt nach dem 2. Straßenpfosten hineingeht.


Doch gleich danach schlugen die beiden eine sanfte S-Kurve - und wechseln auf die Nordseite der neuen Straße.

Gleich hinter dem Parkplatz Schönau folgt eine sehr ausgeprägte S-Kurve von alter Straße und Waldbahn.....


.... die beide völlig renaturiert hier in Bildmitte rechterhand im Gebüsch verschwinden; der sichtbar schmalere Weg oberhalb der Bildmitte ist ein abzweigender Waldweg. Nur wenige Meter weiter trennen sich Bahn und Straße.

Für ca. 400m liegt nun eine völlig unberührte Trasse im Wald, auffallend der hohe Damm über die Sandseige, die den Durchlaß eigenmächtig erweitert hat.



Dann beginnt das gut zu begehende Teilstück,
in ständiger Steigung hinauf bis zum Nationalpark Infozentrum (durchgehende Wanderwegmarkierung “Tanne”)

Anfangs ist das ein Fußweg, hier das besonders pittoreske und hervorragend erhaltene Stück am Bärenlochbach



Westlich von Altschönau erreicht man dann das touristische Herz des Nationalparkes.
Hier verschwindet die Bahntrasse in einem Wildgehege. Der Zaun steht direkt neben der Trasse, leider läuft die Bahn auf der Innenseite......
Doch das Stück ist nicht lange, man kann diese ca. 300m bequem auf einem Weg durch das Gehege umgehen, oder auf der Umleitung für Hundebesitzer außen herum. Falls kein Bello zur Hand ist: Hecheln nicht vergessen.....

Hier verläßt die Bahntrasse das Gehege wieder.....


.... und ein paar Meter abseits entdeckt man dann dieses Gefährt.

Nun liegt auf der Waldbahn ein Fahrweg, hier beim Wolfgehege (links), die Wildschweine sind rechts.
Gut, manchmal sind die Wildschweine auch auf dem Weg, aber das ist ein anderes Kapitel......


600m vor dem Nationalpark Infozentrum wird aus dem Fahrweg ein Wanderweg

... und schließlich überquert die Waldbahntrasse den Parkplatz beim Hans Eisenmann Haus
Auf dem unteren Bild genau in der Bildachse. Die Waldbahn kommt bei der Weltkugel aus dem Wald, links erkennt man noch das Marterl, das an den verunglückten Bremser Alois Schwiewagner erinnert.


Die Kreuzung vor dem Nationalpark Infozentrum überquerte die Waldbahntrasse genau in Blickrichtung, hinter den Jungfichten ist die ursprünglich erhaltene Trasse sehr gut zu sehen.
Hier oben war der Scheitelpunkt erreicht, bis kurz nach der Sagwassersäge ging es nun bergab.

100m weiter kommt dann der Wanderweg “Dachs” auf die Trasse.
Die Linkskurve liegt zuerst in einem flachen Einschnitt...


...... dann auf einem Damm. Gleich nachdem der Wanderweg die Trasse wieder verläßt, verschwindet die Bahntrasse kurz in der Dammaufschüttung der neuen Straße, löst sich aber sofort wieder auf der südlichen Seite von der Straße, um dann 200m weiter die neue Nationalparkstraße zu überqueren.
Auch die alte Straße, die sich hier kurz von ihrer Nachfolgerin trennt, wird überquert.

Auf dem folgenden halben Kilometer liegt die Waldbahn ein paar Meter abseits von der alten Straße,
teils auch etwas höher. Die alte Straße ist hier Teil des Radweges.


200m vor der westlichen Einfahrt zur Sagwassersäge verschwinden Waldbahn + alte Nationalparkstraße wieder im Planum der heute etwas tieferliegenden neuen Straße.
Auf dem oberen Bild entspricht die Einfahrt nach links der alten Straße, die Waldbahn lag links.

Geradeaus hinter dem Schild erkennt man im Wald die Trasse des abzweigenden Gleises, das zu den tiefergelegenen Teilen des Holzlagerplatzes der Sagwassersäge hinabführt.
Das ist das Gleis, daß man später 2,3 km entlang der Sägwasser verlängert hat.
Die Sagwasserstrecke überquert die heutige Nationalparkstraße am rechten Bildrand im Hintergrund, dort wo die Leitplanke endet.

 

Kurz vor der Säge, hier löst sich die Waldbahn von der alten Straße....


... denn die Brücke über die Sagwasser liegt wenige Meter neben der Straßenbrücke.
Die Widerlager sind beide noch gut erhalten.

Die Waldbahnbrücke lag rechts neben der Strasse hinter dem Schild.


Direkt hinter der Brücke knicken Bahn & Straße scharf nach rechts ab.
Rechterhand die Säge, auf deren Rückseite....

... noch Gleise liegen

 


Gleich hinter der Sagwassersäge setzt sich die Waldbahn für 300m von der Straße ab. Blick zurück zur Säge.


Hier an der östlichen Einfahrt zur Sagwassersäge (=Igelbus Haltestelle) treffen die alte Straße sowie die Waldbahn auf die neue Nationalparkstraße. Zum letzten Mal übrigens.
Die alte Straße vorne links an der Einmündung, die Waldbahn ein paar Meter weiter, etwa beim dem Vorfahrtsschild.
Ab hier geht es bis zum Jugendwaldheim wieder bergauf.

500m weiter lösen sich die alte Straße und die Waldbahn kurz auf der Nordseite von der neuen Straße.....


... um dann endgültig getrennter Wege zu gehen. Der alte Straßenverlauf ist fortan praktisch identisch mit dem heutigen. Und die Waldbahntrasse nimmt ab jetzt einen eigenständigen Weg durch die Wälder, hier in Bildmitte entlang des Waldweges.

Hier stehen noch Bäume.....


.... doch hier hat der Orkan Kyrill für ungeahnte Aussichtsmöglichkeiten gesorgt.

 

Kurz vor dem Jugendwaldheim ist die Trasse sehr gut und ursprünglich erhalten, sogar die Rinnen, in denen die Holzschwellen lagen, sind noch zu erkennen.


150m vor dem Jugendwaldheim wechselt die Waldbahn in spitzem Winkel auf die Nordseite der Straße...

... und dient ab dem Parkplatz beim Jugendwaldheim (Igelbushaltestelle) als Radweg.
Die Trasse beginnt leicht zu fallen - bis zum Streckenende bei Mauth geht es nur noch bergab.


Etwa 500m weiter ist bei dieser Einmündung das Planum etwas ummodelliert worden:
Die Waldbahn lief in Blickachse weiter, und verschwindet bei dem Holzstapel genau in der Bildmitte im Unterholz.

Der Streckenwanderer braucht sich nicht durch dasselbe zu schlagen, kurz darauf führt eine kurze, baazige Fahrspur (“Weg” verkneife ich mir mal) zur Waldbahn hinunter, die sich hier wieder fast original erhalten präsentiert.


An einem steilen Hang vorbei an Felsen.....

... und dem Beweis der These, daß die Deutschen auch an den unmöglichsten Stellen gerne Schilder aufstellen....


.... kommen wir direkt oberhalb des Weilers Glashütte (Igelbushaltestelle) an eine Stelle, die dank Kyrill mit den besten Panoramaaussichten aufwarten kann, die die Spiegelauer Waldbahn jemals vorweisen konnte.

Die Trasse schlägt dann einen auffallenden Links-/Rechtshaken und kreuzt in letzterem ein feuchtes Quellgebiet......


... quert kurz darauf in spitzem Winkel einen Forstweg (=Radweg) um noch einmal für etwa 400m als eigenständige Trasse durch den Wald zu führen....

.... bis sie ab dieser Stelle für rund 2 Kilometer als Forst- und Radweg dient. Es geht jetzt deutlich bergab.


Kurz darauf findet man die Einmündung des Glashüttegleises, das bis nahe an den Weiler Glashütte hinunterführt

 Der bequem zu begehende Abschnitt endet dann westlich von Mauth vor einem Unterholz. Man kann talwärts ausweichen, dort findet sich ein Wanderweg, der nach einem kurzen Stück wieder auf die Trasse hinaufführt......
..... und auf dieser bis zum Schluß verbleibt.

Hier war das Ende der Hauptstrecke von Spiegelau: Links zweigt ein Ladegleis ab, geradeaus erreicht man einen Holzlagerplatz.


Halbrechts kommt die Strecke aus dem Wald heraus, ganz links im Hintergrund liegt Mauth.


 

zum folgenden Abschnitt: Reschbachstrecke